Re: [1261] Der lautlose Pfad [Jaromir, Velidar, offen]
Verfasst: Sa Feb 14, 2026 12:10 pm
Jaromir hörte zu.
Als Velidar sprach veränderte sich etwas in seiner Haltung.
Die Spannung wich nicht völlig, doch sie wurde stiller. Weniger sprungbereit. Mehr wachsam.
Bei dem Namen blieb sein Blick ruhig.
Veles.
Er kannte ihn nicht. Nicht wirklich.
Vielleicht hatte er den Namen einst in einem Wirtshaus gehört, geflüstert zwischen Geschichten von alten Zeiten.
Aber Wissen war das nicht.
Er schwieg einen Moment, bevor er antwortete.
„Ich verstehe wenig von Göttern“, sagte er schließlich.
„Ich habe nie studiert. Kann nicht einmal lesen.“
Ein kurzer, schiefer Atemzug – fast ein trockenes Lachen.
„Ich kenne Psalmen, weil man sie mir eingebläut hat. Und Drohungen, weil sie laut gesprochen wurden.“
Sein Blick hob sich wieder zu Velidar.
„Was hat mein Gott für mich getan?“
Er überlegte. Wirklich überlegte.
„Er hat mir beigebracht, dass Ordnung besser ist als Chaos.“
Ein Zucken in seiner Kiefermuskulatur.
„Dass Schuld gesühnt werden muss.“
Ein Blick in den Wald.
„Und dass man für das, was man tut, gerade stehen muss.“
Er zuckte leicht mit den Schultern.
„Vielleicht ist das alles nur das, was Menschen daraus gemacht haben.
Vielleicht haben sie ihn benutzt. So wie man jedes Banner benutzt.
Ich bin kein Gelehrter, Velidar.
Ich kann nicht sagen, welcher Gott der gerechte ist.“
Ein leiser Atem.
„Aber ich weiß, dass Fanatiker – ob mit Kreuz oder ohne – immer gleich enden.“
Seine Stimme blieb ruhig.
„Ihr habt unter den Mongolen gelitten. Unter Rittern gelitten.“
Ein kaum sichtbares Nicken.
„Das verstehe ich.“
Er sah wieder auf den Hirsch.
„Wenn euer Veles bittet und nicht zwingt, dann unterscheidet er sich zumindest in dem.“
Ein kurzer Blick zurück.
„Aber ich diene nichts, was ich nicht kenne.“
Kein Trotz. Nur Standhaftigkeit.
„Ich bin Christ. Nicht weil ich alles glaube, was ein Pfaffe sagt.
Sondern weil es das Einzige ist, was mir blieb, als alles andere brannte.“
Er machte keine feindselige Bewegung.
„Wenn euer Herr euch Halt gibt, dann ist das gut.
Doch ich werde meinen nicht im Zorn verwerfen.“
Die Stimme wurde ruhiger.
„Wir sind beide Gezeichnete. Beide Vertriebene.“
Ein kaum merkliches Nicken.
„Vielleicht ist das genug Gemeinsamkeit für eine Nacht.“
Als Velidar sprach veränderte sich etwas in seiner Haltung.
Die Spannung wich nicht völlig, doch sie wurde stiller. Weniger sprungbereit. Mehr wachsam.
Bei dem Namen blieb sein Blick ruhig.
Veles.
Er kannte ihn nicht. Nicht wirklich.
Vielleicht hatte er den Namen einst in einem Wirtshaus gehört, geflüstert zwischen Geschichten von alten Zeiten.
Aber Wissen war das nicht.
Er schwieg einen Moment, bevor er antwortete.
„Ich verstehe wenig von Göttern“, sagte er schließlich.
„Ich habe nie studiert. Kann nicht einmal lesen.“
Ein kurzer, schiefer Atemzug – fast ein trockenes Lachen.
„Ich kenne Psalmen, weil man sie mir eingebläut hat. Und Drohungen, weil sie laut gesprochen wurden.“
Sein Blick hob sich wieder zu Velidar.
„Was hat mein Gott für mich getan?“
Er überlegte. Wirklich überlegte.
„Er hat mir beigebracht, dass Ordnung besser ist als Chaos.“
Ein Zucken in seiner Kiefermuskulatur.
„Dass Schuld gesühnt werden muss.“
Ein Blick in den Wald.
„Und dass man für das, was man tut, gerade stehen muss.“
Er zuckte leicht mit den Schultern.
„Vielleicht ist das alles nur das, was Menschen daraus gemacht haben.
Vielleicht haben sie ihn benutzt. So wie man jedes Banner benutzt.
Ich bin kein Gelehrter, Velidar.
Ich kann nicht sagen, welcher Gott der gerechte ist.“
Ein leiser Atem.
„Aber ich weiß, dass Fanatiker – ob mit Kreuz oder ohne – immer gleich enden.“
Seine Stimme blieb ruhig.
„Ihr habt unter den Mongolen gelitten. Unter Rittern gelitten.“
Ein kaum sichtbares Nicken.
„Das verstehe ich.“
Er sah wieder auf den Hirsch.
„Wenn euer Veles bittet und nicht zwingt, dann unterscheidet er sich zumindest in dem.“
Ein kurzer Blick zurück.
„Aber ich diene nichts, was ich nicht kenne.“
Kein Trotz. Nur Standhaftigkeit.
„Ich bin Christ. Nicht weil ich alles glaube, was ein Pfaffe sagt.
Sondern weil es das Einzige ist, was mir blieb, als alles andere brannte.“
Er machte keine feindselige Bewegung.
„Wenn euer Herr euch Halt gibt, dann ist das gut.
Doch ich werde meinen nicht im Zorn verwerfen.“
Die Stimme wurde ruhiger.
„Wir sind beide Gezeichnete. Beide Vertriebene.“
Ein kaum merkliches Nicken.
„Vielleicht ist das genug Gemeinsamkeit für eine Nacht.“