[1261] Der lautlose Pfad [Jaromir, Velidar, offen]

Antwort erstellen

Bestätigungscode
Gib den Code genau so ein, wie du ihn siehst; Groß- und Kleinschreibung wird nicht unterschieden.
Smileys
:D :) ;) :( :o :shock: :? 8-) :lol: :x :P :oops: :cry: :evil: :twisted: :roll: :!: :?: :idea: :arrow: :| :mrgreen: :geek: :ugeek:

BBCode ist eingeschaltet
[img] ist eingeschaltet
[url] ist eingeschaltet
Smileys sind eingeschaltet

Die letzten Beiträge des Themas
   

Ansicht erweitern Die letzten Beiträge des Themas: [1261] Der lautlose Pfad [Jaromir, Velidar, offen]

Re: [1261] Der lautlose Pfad [Jaromir, Velidar, offen]

von Velidar Kamienny » Sa Feb 14, 2026 3:57 pm

"Es gibt keine Texte über einen Gott des Volkes, er Bedarf keiner Schrift, er bedarf keiner Drohungen, nur Andacht und Respekt, der Dankbarkeit für seine Taten," der Unvermummte tritt einen weiten Schritt zurück, langsam zieht er die Kapuze wieder in sein Gesicht: "Denkt bitte über meine Worte nach und stellt euch der Frage, wem ihr euer Gehör schenken wollt, den alten Göttern, die unsere Vorfahren durch die Äonen geführt haben oder dem Leichengott der Invasoren, der die Menschen unabhängig ihrer Taten in Klassen einordnet und euch in die niedere Klasse gesteckt hat, obwohl ihr euch für seine Ordnung aufgeopfert hast, während die Schlächter unter dem Folterinstrument gepriesen und beschenkt werden."
Langsam wendet er sich zum Gehen, hebt die Hand zum Abschied und entschwindet wieder in die Dunkelheit.

Re: [1261] Der lautlose Pfad [Jaromir, Velidar, offen]

von Jaromir der Henker » Sa Feb 14, 2026 12:10 pm

Jaromir hörte zu.

Als Velidar sprach veränderte sich etwas in seiner Haltung.
Die Spannung wich nicht völlig, doch sie wurde stiller. Weniger sprungbereit. Mehr wachsam.

Bei dem Namen blieb sein Blick ruhig.

Veles.

Er kannte ihn nicht. Nicht wirklich.
Vielleicht hatte er den Namen einst in einem Wirtshaus gehört, geflüstert zwischen Geschichten von alten Zeiten.
Aber Wissen war das nicht.

Er schwieg einen Moment, bevor er antwortete.

„Ich verstehe wenig von Göttern“, sagte er schließlich.

„Ich habe nie studiert. Kann nicht einmal lesen.“
Ein kurzer, schiefer Atemzug – fast ein trockenes Lachen.
„Ich kenne Psalmen, weil man sie mir eingebläut hat. Und Drohungen, weil sie laut gesprochen wurden.“

Sein Blick hob sich wieder zu Velidar.

„Was hat mein Gott für mich getan?“

Er überlegte. Wirklich überlegte.

„Er hat mir beigebracht, dass Ordnung besser ist als Chaos.“
Ein Zucken in seiner Kiefermuskulatur.
„Dass Schuld gesühnt werden muss.“

Ein Blick in den Wald.

„Und dass man für das, was man tut, gerade stehen muss.“

Er zuckte leicht mit den Schultern.

„Vielleicht ist das alles nur das, was Menschen daraus gemacht haben.
Vielleicht haben sie ihn benutzt. So wie man jedes Banner benutzt.

Ich bin kein Gelehrter, Velidar.
Ich kann nicht sagen, welcher Gott der gerechte ist.“

Ein leiser Atem.

„Aber ich weiß, dass Fanatiker – ob mit Kreuz oder ohne – immer gleich enden.“

Seine Stimme blieb ruhig.

„Ihr habt unter den Mongolen gelitten. Unter Rittern gelitten.“
Ein kaum sichtbares Nicken.
„Das verstehe ich.“

Er sah wieder auf den Hirsch.

„Wenn euer Veles bittet und nicht zwingt, dann unterscheidet er sich zumindest in dem.“

Ein kurzer Blick zurück.

„Aber ich diene nichts, was ich nicht kenne.“

Kein Trotz. Nur Standhaftigkeit.

„Ich bin Christ. Nicht weil ich alles glaube, was ein Pfaffe sagt.
Sondern weil es das Einzige ist, was mir blieb, als alles andere brannte.“

Er machte keine feindselige Bewegung.

„Wenn euer Herr euch Halt gibt, dann ist das gut.
Doch ich werde meinen nicht im Zorn verwerfen.“

Die Stimme wurde ruhiger.

„Wir sind beide Gezeichnete. Beide Vertriebene.“

Ein kaum merkliches Nicken.

„Vielleicht ist das genug Gemeinsamkeit für eine Nacht.“

Re: [1261] Der lautlose Pfad [Jaromir, Velidar, offen]

von Velidar Kamienny » Fr Feb 13, 2026 5:29 pm

Der Entfesselte senkt die Arme vorsichtig und macht einen Schritt zurück, er senkt andächtig den Kopf:
"Verzeiht Bruder im Blute, aber ihr scheint mich nicht ganz verstanden zu haben. Ich bin nur ein Bauernjunge aus dem Osten Kleinpolens, ich flog vor den Hunnen, ich fand die Repression eurer Henker in Kutte, mit Kreuzen als Zeichen von Mord und Folter auf ihren Schilden und Bannern. Ich sage euch erneut, ich weiß um die Arbeit der Henker, die Abscheu, die ihnen entgegen gebracht wird.
Ich weiß um die Glorie, die Geschichten und den Ruhm den diese selbsternannten Gerechten unter ihrem Banner des Terrors mit sich bringen, doch ich frage euch, wer ist der wahre Gerechte? Ein Henker, der Mörder und Vergewaltiger richtet oder ein Streiter eines invasiven Gottes der im Namen seines Gottes wehrlose und arglose Zivilisten niedermäht, nur weil ihm ihr Glaube missfällt?"
Seine Stirn legt sich in Falten, als wäre die Frage nicht greifbar:
"Mein Herr verlangt nicht, er bittet und bietet. Sein Name lautet Veles, Herr über Tod, Heilung und Fruchtbarkeit. Er war es der Seinesgleichen bestahl, um den Menschen das Feuer zu bringen, um ihnen Sicherheit und Geborgenheit zu schenken. Was hat euer Gott je für euch getan?"

Re: [1261] Der lautlose Pfad [Jaromir, Velidar, offen]

von Jaromir der Henker » Do Feb 12, 2026 3:22 pm

Jaromir wich nicht zurück, als der Fremde nähertrat.
Auch nicht, als sich die Arme hoben und die Robe sich spannte wie dunkle Schwingen.

Doch etwas veränderte sich.

Nicht in seiner Haltung – sondern in seinem Blick.

Seine Augen wurden kälter.
Schärfer.

„Genug“, sagte er leise.

Nicht scharf.
Nicht laut.

„Ihr sprecht von Henkern und Richtern, von Blut und Schuld, als wären es fremde Dinge für mich.“

Ein kurzer Atemzug.

„Ich *bin* Henker gewesen.“

Er ließ die Worte zwischen ihnen hängen.

„Ich habe im Namen der Gesetze der Menschen gerichtet.
Nicht im Namen Gottes.
Nicht im Namen von Königen.“

Sein Blick blieb fest auf Velidar gerichtet.

„Ich weiß, was Pfaffen predigen.
Und ich weiß, was selbst Ritter tun, wenn niemand hinsieht.“

Ein flüchtiger Schatten huschte über seine Züge.

„Ihr nennt meinen Gott einen Leichenprinzen.“
Ein leises, trockenes Ausatmen.
„Mag sein.
Ich habe genug Leichen gesehen, um zu wissen,
dass jeder Herr des Jenseits mit ihnen zu tun hat.“

Dann hob er leicht die Hand und bedeutete dem Fremden etwas Abstand zu halten.

„Bevor ihr mir eine Hand reicht,
will ich wissen, wessen Hand es ist.“

Sein Blick bohrte sich nun offen, fordernd, in das fremde Gesicht – und in das dritte Auge.

„Wer ist euer Herr?“

Eine Pause.

„Wofür steht er?
Nicht in Liedern.
Nicht in Verheißungen.“

Seine Stimme wurde ruhiger, schwerer.

„Was fordert er von denen, die ihm folgen?
Und sagt mir auch das:“

Ein kurzes Innehalten.

„Woher kommt ihr, Velidar?
Aus Krakau?
Aus diesen Wäldern?
Oder von jenseits all dessen?“

Sein Blick verengte sich minimal.

„Denn ich bin vorsichtig geworden.“

Ein leiser Nachsatz, ohne Bitterkeit:

„Und Christen lassen sich nicht so schnell überzeugen.“

Re: [1261] Der lautlose Pfad [Jaromir, Velidar, offen]

von Velidar Kamienny » Sa Feb 07, 2026 12:18 pm

"Welcher Richter?
Euer Gott kennt nur Kläger und Henker, er kennt keine Gerechtigkeit nur Krieg und Zerstörung, ob Hunnensturm oder schwarzes Kreuz, beide sind gekommen um uns töten, ihren Regeln und Bräuchen zu unterwerfen,"
der Blick des Unvermummten verhärtet sich, die Wärme weicht:
"Eure "Pfaffen" sind Ankläger in steinernen Kanzeln, gestützt durch das Schwert ihrer Henkersorden.
Sie vernichten unseren Glauben unsere Kultur, sie rauben unsere Kinder, sie verbrennen unsere Haine und sie töten unser Volk.
Wollt ihr diesem Herren wirklich dienen?
Einem Herren über Blut und Tod?
Wollt ihr weiter einen Leichenprinzen als euren Erlöser preisen?
Wollt ihr euch weiter jenen Unterwerfen, die euch ein Stigma aufdrängen, während ihre erwählten Ritter Nichts anderes tun, aber als Helden gefeiert werden?"
Langsam in einer einzigen Bewegung erhebt er sich, tritt einen Schritt auf den Gezeichneten zu. Er erhebt die Arme weit, sodass die Robe sie wie gigantische Schwingen erscheinen ließ.
Seine Stimme erklingt wieder etwas wärmer: "Wollt ihr weiter der Unmündigkeit, erzwungen durch die Invasoren, zu Füßen liegen?
Oder entscheidet ihr euch aufzustehen?
Ich wäre bereit euch eine Hand zu reichen und mein Herr würde seine Gaben mit euch teilen, wenn ihr es zulasst."

Re: [1261] Der lautlose Pfad [Jaromir, Velidar, offen]

von Jaromir der Henker » Fr Feb 06, 2026 11:28 am

Jaromir rührte sich nicht, als die Kapuze fiel.
Nicht, als das Gesicht sichtbar wurde.
Nicht, als das dritte Auge sich öffnete und blau in der Dunkelheit brannte.

Der Ritus vollzog sich vor ihm, und Jaromir ließ ihn geschehen.

Er trat nicht näher.
Er wich nicht zurück.
Er sah zu.

Das Blut.
Die Zeichen.
Die Worte.

Er verstand sie nicht.
Doch er spürte, dass sie Gewicht hatten.

Als der Fremde – Velidar – den Blick hob, hielt Jaromir ihm stand.

Einen Moment schwieg er.
Dann sprach er.

„Ich weiß wenig“, sagte Jaromir schlicht.
Keine Scham.
Keine Ausflucht.

„Ich bin Christ.“

Das Wort kam fest, aber ohne Eifer.

„Getauft.
Erzogen mit Psalmen, Drohungen und Verheißungen.
Ich weiß, was der Pfaffe von der Kanzel gepredigt hat.
Dass es einen Gott gibt, einen Sohn, einen Richter.
Dass die Welt gefallen ist.
Dass Leid Prüfung ist.“

Sein Blick glitt einen Herzschlag lang zu dem Hirsch, dann zurück zu Velidar.

„Von alten Göttern weiß ich nichts aus eigenem Wissen.
Nur, dass man sie Teufel nennt, wenn man sie fürchten soll
und Heilige, wenn man sie braucht.“

Ein kaum merkliches Zucken ging durch seine Miene.

„Von den Mongolen weiß ich, dass sie niederbrennen, töten und keine Fragen stellen.
Dass sie Menschen sind – und dennoch handeln, als wäre ihnen jede Seele gleich.“

Er hob das Kinn ein wenig.

„Wenn euer Herr Lasten schultert, dann kenne ich ihn nicht.
Wenn er Weisheit schenkt, dann hat er sie mir nicht offenbart.“

Re: [1261] Der lautlose Pfad [Jaromir, Velidar, offen]

von Velidar Kamienny » Do Feb 05, 2026 6:40 pm

"Älter als meine Worte? Woher wisst ihr das?" ein leichtes Schmunzeln legt sich in die Stimme des Verhüllten. Sorgsam greift er in seine Kapuze, vorsichtig und setzt er sie vorsichtig ab. Sein Haar thront in langen blonden Strähnen bis zu seinen Schultern hinab. Sein Schmunzeln entblößt leichte Grübchen seitlich des Mundes. Doch das mit Abstand auffälligste war das dritte Auge, das mit leuchtend blauer Pupille von seiner Stirn strahlt. Der nun minder vermummte richtet sich zu seiner voller Größe auf. Seine Stimme ist ruhiger tiefer geworden: "Mein Name ist Velidar?"
Er schüttelte den Kopf in einem kurzen unwilligen Impuls: "Was wisst ihr über das Kreuz oder die Mongolen, was wisst ihr über die alten Götter?" Seine Stirn lege sich in Falten, als er an den verblichenen Hirsch herantrat. Langsam ohne jede weitere emotionale Regung ging er in die Hocke, tauchte die Finger vorsichtig in eine vergossene Blutpfütze. Vorsichtig malte er eine Art Dreieck um die Wunde. Er ging um den Hirsch herum und legte seine Daumen und Zeigefinger zu einem Dreieck zusammen. Vorsichtig legte er sie so an die Stirn des Hirsches. Seine Stimme klang ruhig und melodisch, als er begann laut und klar zu sprechen:
"Herr, der du dich gegen Deinesgleichen gestellt hast, um unsere Last zu Schultern und uns zu erheben.
Herr, der du die Toten zu dir holst und ihnen den Lohn ihrer Existenz überreichst.
Herr, der du meine Last mit mir schulterst.
Gewähre dieser armen Seele deinen Segen und führe sie in dein Reich.
Gewähre dem gestraften Verborgenen deine Gunst und führe ihn zur Wahrheit,
so wie du auch mich geführt hast aus Finsternis, Leid und Unterdrückung.
Der dich mich in das Licht deiner Freiheit und selbst erlangten Mündigkeit geführt hat.
Wir bieten dir diese arme Seele an und erbitten deine Weisheit."
Der nun mehr Unvermummte endet abrupt an und blickt dem Verborgenen tief in die Augen. Das dritte Augen scheint ihn geradezu durchdringen. Als suche es nach einer tieferen Wahrheit?

Re: [1261] Der lautlose Pfad [Jaromir, Velidar, offen]

von Jaromir der Henker » Mi Feb 04, 2026 7:52 am

Jaromir verharrte einen Moment und wirkte wie eine unbewegliche Statue.

Er schien das Gehörte abzuwägen, es gab alte Geschichten und Riten, von denen Borivoj oder sogar sein Vater ihm erzählt hatten - aber das war tief in seiner Erinnerung vergraben und mehr ein Flüstern, als klare Gedanken.

Bräuche aus Zeiten, die älter waren als das Kreuz.
Doch was die Gestalt dort sprach - von *Herren*, von *Reichen*, und von *Belohnung*
klang doch mehr nach dem was auch der Priester dem Volke predigte.

Langsam löste Jaromir die Spannung in den Schultern – nicht ganz.
Er trat einen Schritt zurück vom Hirsch, dann noch einen halben.

„Es gibt Bräuche“, sagte er schließlich..

„Alte. Älter als eure Worte.
Man dankt der Beute.
Man lässt zurück, was man nicht braucht.“

Sein Blick ruhte weiter auf der Gestalt, auch als diese ihm den Rücken zuwandte.

„Ihr habt mich Bruder im Blute genannt.“
Ein kaum merkliches Zucken um den Mund.
Kein Lächeln.

„Dann sollt ihr wissen, mit wem ihr sprecht.“

Er neigte den Kopf – knapp, formal.

„Ich heiße Jaromir. - ich bin auch als Jaromir der Henker bekannt.
Kind des Borivoj. Neugeborener der Verborgenen.

Ich jage, um zu bestehen. Nicht um belohnt zu werden.“

Sein Blick wurde härter, wacher.

„Es war ein kurzer aber harter Krieg. Die Mongolen ziehen durch dieses Land wie Feuer durch trockenes Gras. Seitdem bin ich vorsichtig bei jeder Gestalt, die aus dem Dunkel tritt.“

Ein kurzer Blick auf das Symbol in den Händen des Fremden, dann wieder zu seiner Kapuze.

„Wenn ihr euren Ritus vollziehen wollt,“ sagte er langsam,
„so tretet heran. Und euren Namen“, fügte er hinzu, leise.
„Den würde ich dennoch gerne hören und auch euer Gesicht sehen.“

Re: [1261] Der lautlose Pfad [Jaromir, Velidar, offen]

von Velidar Kamienny » Di Feb 03, 2026 5:50 pm

Die formlose Gestalt in der Robe blickt auf den gefallen Hirsch hinab, ein Hauch von Bedauern färbte seine Stimme: "Ich bin nur ein demütiger Diener meines Herren, ein Reisender, durch den er seine Aufopferung und Güte verbreitet." Sanft senkte er sein Haupt, ohne den Blick vom Leib des gefallenen Hirsch abzuwenden: "Würdet ihr euch wohler fühlen, wenn ich euch mein Antlitz und meinen Namen offenbare? Auch wenn diese keine Bewandtnis haben?"

Leicht dreht er sich zur Seite und wendet dem entstellten Jäger den Rücken zu, bevor er seine Stimme erneut erhebt, leiser melodischer, fast geisterhaft im Gleichklang mit dem Hauch des Windes verlassen die Silben sein Lippen: "Es ist ein uralter Ritus zu Ehren meines Herren, geboren in den Reihen der Jäger. Er soll der Beute den Weg in sein Reich weisen, wo sie Erlösung findet. Im Austausch für diese Hilfe belohnt mein Herr den Jäger mit reicher Beute, solange er den Ritus führt. Mein Herr ist gnädig, er wird euch nur belohnen solange ihr ihm Treu seid und eure Last mit euch Schultern. Wäret ihr interessiert?"
Seine Hände umklammerten fester das obskure Symbol, während er auf die Antwort seines Gegenübers wartete.

Re: [1261] Der lautlose Pfad [Jaromir, Velidar, offen]

von Jaromir der Henker » Mo Feb 02, 2026 7:57 am

Jaromir ließ den Hirsch von den Schultern gleiten.
Der Leib schlug dumpf auf den feuchten Waldboden, ein matter Laut, der vom Wald verschluckt wurde.

Sein Körper blieb halb gedreht, das Gewicht auf dem vorderen Fuß.
Die Finger seiner rechten Hand legten sich um den Schaft des großen Henkelbeils an seinem Gürtel.
Seine Schultern spannten sich.

Der Blick hob sich langsam zu der hagere Gestalt.
Ein Auge dunkelbraun, fast schwarz, das andere milchig weiss - er schien keine Mühe zu haben die Dunkelheit zu durchdringen.

Ein Windstoß fuhr durch das Unterholz, ließ den Geruch von Blut neu aufflammen.
Jaromir verzog keine Miene.

„Weihen?“, wiederholte er mit einem leichten Fragen in der Stimme.

Er richtete sich ein wenig auf, gerade genug, um zu zeigen, dass er nicht zum Sprung ansetzen würde.

„Was meint ihr damit?“

Ein kurzer Blick glitt zu der Hand am Amulett, dann zurück in das dunkle Oval der Kapuze.

„Und wer seid ihr? Lebt ihr in Krakau?“

Nach oben